Ausflug der AG „System Erde 10-12“ am 3. Juli 2018 zum Institut für Geowissenschaften der Uni Kiel

Ganzjährig warm und sonnig in Trappenkamp?

Kaum vorstellbar, aber solche Bedingungen gab es bei uns in der Vergangenheit! Der Beweis dafür sind versteinerte Korallen aus Dänemark. Da diese heute in tropischen Meeren leben, nimmt man an, dass damals beim heutigen Dänemark ein tropisches Meer gewesen sein muss. Durch das Zusammenspiel von Wasser, Luft, Steinen und Lebewesen verändert sich unser Heimatplanet ständig. Gesteine sind die Archive dieser Veränderungen.

Inmitten von  spektakulären Fundstücken zeigte uns der Geologe Herr Dr. Bedbur im Geologisch-Paläontologischen Museum, wie man Gesteinen mit Hilfe von Salzsäure und Härtetests ihre Geheimnisse entlockt. Er griff dabei munter in die Schatzkästen der Chemie, Physik und Biologie. Denn die Natur kennt keine Fächergrenzen!

Wie mühsam es ist, neues Wissen zu generieren, erfuhren wir in der Abteilung Petrologie und Geodynamik. In Gesteinen von Tansania wurden vor zwei Milliarden Jahren Wasser und Gase eingeschlossen. Die Mineralogin Frau Dr. Herms legte ganz dünne Gesteinsscheiben mit solchen Einschlüssen auf einen beheiz- und abkühlbaren Mikroskopiertisch und wir beobachteten, bei welchen Temperaturen die Einschlüsse fest, flüssig und gasförmig wurden. Mit geeigneten Phasendiagrammen kann man auf diese Weise etwas über deren Zusammensetzung erfahren. Frau Herms erforscht so, wie tief die Gesteine einst im Erdinneren verborgen waren und wie die Erdkruste bei Tansania sich bewegt hat. Ganz ähnliche Untersuchungen helfen auch Firmen bei der Rohstoffsuche oder Juwelieren beim Schätzen des Wertes von Edelsteinen.

Abgerundet wurde unser Ausflug durch einen Besuch der Mensa, wo wir einen kleinen Einblick in das muntere und fröhliche Studentenleben bekamen.

Wir hatten einen sehr interessanten Tag und sind Frau Herms und Herrn Bedbur dankbar für die anschaulichen Einblicke in ihren Berufsalltag.

Linkes Bild:           Herr Dr. Bedbur erklärt Simon und Michel die Zusammenhänge des Gesteinskreislaufes. Sie werden Deutschland im August zusammen mit zwei Schülerinnen vom französischen Gymnasium (Berlin) bei der diesjährigen International Earth Science Olympiad in Thailand repräsentieren.

Mittleres Bild:      Frau Dr. Herms füllt flüssigen Stickstoff in einen Behälter ab. Es wird verwendet, um die Proben auf mehr als -100 ° C abzukühlen.

Rechtes Bild:        Auf dem Monitor rechts im Bild kann man einen Flüssigkeits- und Gaseinschluss sehen.

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