Tag 3

Der Tag begann für uns wie­der um 7:30 mit einem Früh­stück. Im Anschluss um 8:30 brach­te uns der Bus zu einem Work­shop, bei wel­chem wir uns mit den Men­schen­ver­su­chen von Josef Men­ge­le, Carl Clau­berg und ande­ren beschäf­tig­ten. Frau­en, Män­ner und Kin­der wur­den von den Ärz­ten für ihre Expe­ri­men­te miss­braucht, bei wel­chen sie oft­mals gro­ße Schmer­zen erlit­ten und star­ben. 

Wir waren fas­sungs­los dar­über, mit wel­chen Hin­ter­ge­dan­ken und zu wel­chem Zweck die Ver­su­che durch­ge­führt wur­den. 

 

Nach einer Mit­tags­pau­se mach­ten wir uns auf den Weg nach Ausch­witz-Bir­ken­au. Hier wur­den wir wie­der mit einem Gui­de über das Gelän­de geführt. Da wir am Vor­tag im Stamm­la­ger Ausch­witz schon die pro­vi­so­ri­sche Gas­kam­mer und das Kre­ma­to­ri­um gese­hen haben, bei wel­chen für eini­ge ein sehr bedrü­cken­des Gefühl ent­stand, hat­te man die Befürch­tung, dass die­ses sich in Ausch­witz Bir­ken­au noch­mal ver­stärkt. Dadurch, dass die Gas­kam­mern und Kre­ma­to­ri­en aller­dings nur noch in Rui­nen erhal­ten sind, konn­ten wir uns nur vor­stel­len, wie die­se von innen aus­sa­hen. Unbe­ha­gen wur­de den­noch emp­fun­den, als wir auf dem Weg zu den Rui­nen waren, da wir auf vie­len Fotos bereits gese­hen haben, wie Men­schen hier auf dem Weg zu den Gas­kam­mern waren. 

 

“Es hat sich so ange­fühlt, als könn­te ich sehen, wie die Men­schen in ihren Tod gegan­gen sind.”

 

Auch haben wir auf dem Gelän­de die Schlaf- und Wasch­räu­me der Häft­lin­ge besich­tigt. Es war erschre­ckend zu sehen, unter wel­chen Vor­aus­set­zun­gen die Men­schen hier leben muss­ten. Beson­ders in Erin­ne­rung geblie­ben sind die Schlaf­räu­me der Kin­der, da man sich nicht vor­stel­len will, wie die­se dort leben muss­ten.

 

Für vie­le von uns war der Tag sehr bedrü­ckend, jedoch sind wir uns sicher, dass es wich­tig war, das Gelän­de zu besich­ti­gen und sich des­sen bewusst zu machen, was dort gesche­hen ist. Geschockt waren eini­ge von uns dem­entspre­chend, als uns auf dem Rück­weg die Nach­rich­ten zur Minis­ter­prä­si­den­ten­wahl in Thü­rin­gen erreicht haben, wel­cher mit Hil­fe der AfD und dem Faschis­ten Höcke gewählt wur­de. 

 

Dazu hat Lenn­art eine Stel­lung­nah­me ver­fasst, die wir auch hier in den Blog stel­len.